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Suchtberatung braucht eine stabile, verlässliche und kostendeckende Finanzierung

Die LIGA der freien Wohlfahrtspflege Saar und die Landesstelle für Suchtfragen fordern zu Finanzierung der Suchtberatungsstellen verbindliche Förderrichtlinien für alle saarländischen Landkreise

 

 

„Suchtberatung braucht eine stabile, verlässliche und kostendeckende Finanzierung“, fordert Pfarrer Udo Blank, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar. „Sie ist systemrelevant und trägt nachweislich dazu bei, die Chronifizierung und die Folgekosten von Abhängigkeitserkrankungen zu verringern!“ Mit einem bundesweiten Aktionstag macht die Suchtberatung am 4. November unter dem Motto „Kommunal wertvoll!“ auf die Dringlichkeit der (Weiter-)Finanzierung und die Zukunftssicherung der Beratungsstellen aufmerksam.

Im Saarland erreichten im Jahr 2019 sieben Suchtberatungsstellen an 16 verschiedenen Standorten rund 3800 Abhängigkeitskranke und ihre Angehörige. Sie beraten, behandeln und begleiten, unterstützen und stabilisieren in Krisen sowie in dauerhaft herausfordernden Lebenssituationen. Nicht zuletzt in der Corona-Krise zeigt sich, dass viele Menschen Unterstützung brauchen. Blank fürchtet, dass die Auswirkungen der Pandemie aber erst in den nächsten Jahren zu spüren sein wird.

Derzeit wird im Saarland die Suchtkrankenhilfe finanziell neu strukturiert. Das Land übernimmt zukünftig die Kosten für die Suchtprävention, die Kreise für die Suchtberatung. „Dabei ist wichtig, dass Suchtprävention und Suchtberatung, auch wenn sie bei unterschiedlichen Trägern angesiedelt sind, weiterhin vernetzt zusammenarbeiten“, erläutert Andreas Heinz, Vorsitzender der Landesstelle. In der praktischen Arbeit sind Beratung und Prävention nicht trennscharf voneinander abzugrenzen. Deshalb müssten die Mitarbeitenden Hand in Hand arbeiten, etwa wenn sie in derselben Familie tätig sind, betont Heinz.

Ab 2021 wird die Landesregierung zudem für die Finanzierung einer flächendeckenden Versorgung mit Angeboten für Kinder aus suchtbelastenden Familien und Lebensgemeinschaften sorgen. „Wir sind sehr froh, dass diese Lücke nun geschlossen wird“, sagt Heinz.

Zur Finanzierung der Suchtberatungsstellen fordern die LIGA und die Landesstelle verbindliche Förderrichtlinien für alle Landkreise. Nur so könne eine flächendeckende Versorgung in gleicher Qualität im ganzen Saarland sichergestellt werden. Um ihren Aufgaben nachkommen zu können, müsse die Beratung aber personell gut ausgestattet sein. Zur Grundversorgung sei mindestens eine Fachkraft für 50.000 Einwohner nötig.

Pfarrer Udo Blank, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Saar (Tel. 06821/956-207) und Andreas Heinz, Vorsitzender der Landesstelle für Suchtfragen (Tel. 0152/09119359  und  06841/9348512) stehen für weitere Fragen und Interviews zur Verfügung.

 

Saarbrücken, 04. November 2020 


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